Mixed-Volleyball: Iffeldorf schlägt den deutschen Meister im Halbfinale und wird oberbayerischer Vizemeister

2007 verlor der amtierende deutsche Mixed-Volleyball-Meister TSV Vaterstetten zum letzten Mal gegen ein bayerisches Team. Am vergangenen Samstag durchbrach der TSV Iffeldorf im Halbfinale der oberbayerischen Meisterschaft endlich diese unfassbare Serie - zum Titel reichte anschließend die Kraft nicht mehr.

Mit gedämpften Erwartungen waren die Iffeldorfer nach Geretsried gefahren. Aufgrund der Verletzungsmisere „war klar, dass keiner von uns fehlerfrei spielen wird. Dafür muss aber jeder für jeden auf dem Feld kämpfen.“, gab Spielertrainer Erich Gampenrieder als Losung aus. Zusätzliche Hilfestellung gaben hierfür große Teile der U12 und U13-Jugendmannschaften, die mit ihren Schlachtgesängen in der Folge den TSV antrieben.

Die Iffeldorfer schlugen in der Vorrunde zunächst das junge Team des TSV Berchtesgaden sowie den SC Freising mit jeweils 2:0. Dabei kostete die zweite Partie schon „zu viel Energie“, analysierte Außenangreiferin Ines Kluge im Nachhinein, um nach 8 Punkten Rückstand im ersten Satz diesen doch noch zu gewinnen und auch den zweiten Satz für sich zu entscheiden. Vor allem Richard Richter überragte dabei mit seinen harten Aufschlägen.

Im Überkreuzspiel, dessen Gewinner sich als Halbfinalist für die Bayerische Meisterschaft qualifiziert hatte, traf der TSV auf die Routiniers vom SV Esting. Dabei zeigte, wie über das gesamte Turnier, Libera Vera Laske ihre Spitzenklasse und sorgte mit 90% perfekter Annahme für Ruhe im Spielaufbau. Mit dem Gegner hatte das Ostersee-Team wenig Probleme, allerdings fielen im zweiten Satz sowohl Much Zellinger als auch Günter Weidner mit muskulären Problemen aus. Mit nur noch zwei Mittelblockern musste der TSV damit die verbleibenden Partien bestreiten.

Im Halbfinale kam es dann zum Showdown. Wie bei der bayerischen Meisterschaft im letzten Jahr trafen die beiden stärksten Teams, Vaterstetten und Iffeldorf, bereits im Halbfinale aufeinander. Und die Partie zeigte Parallelen: Iffeldorf gewann den von starken Aufschlägen auf beiden Seiten geprägten ersten Satz mit 25:21 und ließ auch im zweiten Satz nicht locker. Mit stabiler Annahme und guter Blockarbeit erkämpfe sich der TSV einen kleinen Vorsprung und ging in der Folge über 20:17 zum 23:20 in Führung. Mit einem Block holte Vaterstetten auf, ehe wieder die Iffeldorfer nach einem Rückraumangriff von Gampenrieder bei 24:21 zum Matchgewinn aufschlugen. Vaterstetten griff erfolgreich an und Iffeldorf hatte bei eigener Annahme nun zwei weitere Matchbälle. „Das war die gleiche Situation wie letztes Jahr, als wir drei Matchbälle im Halbfinale der bayerischen Meisterschaft nicht nutzen konnten.“ Mit einer Auszeit fokussierte der TSV noch einmal: „Wir können den ersten Matchball nutzen, müssen aber nicht“. Währenddessen sprangen die Fans auf den Bänken auf und ab und schrien lauthals „Einer geht noch rein“. Dann schritten der bestens aufgelegte Mittelblocker Manfred Reisnecker und Skasa-Weiss im Angriff zum Duell gegen die Vaterstettener Ex-Bundesligaspieler Norbert Schäffle und Marc Richter im Block – zwei Chancen zur Sensation. Aufschlag Vaterstetten, perfekte Annahme durch Laske, Pass auf Skasa-Weiss, dessen Angriff landet diagonal im Aus. 24:23. Noch eine Chance. Jetzt musste es klappen. Aufschlag Vaterstetten. Die Annahme kommt nicht ganz perfekt. Reisnecker bindet mit einem Schnellangriff Richter im Mittelblock, Zuspielerin Steffi Bell passt erneut auf Skasa-Weiss, der Ball fliegt weit auf die Außenposition. Alle Augenpaare folgen dem Ball, was passiert? Skasa-Weiss greift hart longline am Doppelblock vorbei an - der Ball schlägt auf der Seitenauslinie im Vaterstettener Feld ein, der Ball ist drin – 25:23 für den TSV. Die Sensation ist perfekt –Iffeldorf schlägt den amtierenden deutschen Meister und die Iffeldorfer feiern ihren ersten Sieg gegen den Dauerrivalen mit Jubelsprüngen, Umarmungen und lauthalsem Schreien. „Ein Wahnsinn – das gibt’s ja gar nicht“, jubelte Diagonalspieler Ralph Bader, und umarmte jeden, der sich ihm in den Weg stellte.

25 Minuten später konnten die Iffeldorfer dann im Finale gegen München-Nymphenburg nicht mehr die für den Titel notwendige Energie aufbringen. Der erste Satz ging mit 23:25 an den Gegner. Mit 18:23 lag der TSV im zweiten Satz zurück, ehe Richter nochmals mit einer Aufschlagserie zum 23:23 Hoffnung aufkeimen ließ. Dann waren die Batterien endgültig leer und nach einem 26:28 gaben sich die abgekämpften Iffeldorfer geschlagen.

„Gemessen an unseren Erwartungen für den heutigen Tag, haben wir Außerordentliches geleistet.“, fasst Außenangreiferin Pia Seuthe zusammen. Und Bader schiebt nach: „Jetzt dürfen wir uns zwei Wochen freuen und dann stehen die Bayerischen Meisterschaften in Neuburg vorm Wald an. Und da wollen wir uns dann für die Süddeutsche qualifizieren.“